Schleppjagdverein
Böhmer - Beagle - Meute
e. V.

Jagdreiten hinter den Hunden -
einer der ältesten Bräuche der Menschheit

Wenn im Herbst die roten Röcke durch den Nebel leuchten, der Klang der Hufe zu hören ist und das Geläut der Meute, dann ist Jagdtag hinter den Hunden einer Schleppjagdmeute. Unter den vielen Reitern in Deutschland gibt es einen verhältnismäßig kleinen Kreis, der für eine außergewöhnliche, in uralter Tradition verwurzelte Idee lebt und reitet:

Das Jagen hinter den Hunden!

24 eingetragene Meuten gehören der Fachgruppe Jagdreiten im Deutschen Reiter- und Fahrer- Verband an. Jedes ihrer Mitglieder ist bereit, während der Saison ein- bis zweimal pro Woche zu Pferd den Hunden zu folgen. Es gibt unter den deutschen Meuten Vereine mit großer Mitgliederzahl, die die Hunde gemeinsam finanzieren. Es gibt aber auch Meutehalter, die für ihre Hunde ganz alleine aufkommen, 365 Tage im Jahr, dabei manchmal Einbußen an Lebensqualität für sich selbst in Kauf nehmen, aber Woche für Woche ihren Freunden und Mitreitern eine gepflegte, gut trainierte Meute präsentieren. Wer das tut, oder wer jahrein, jahraus die ganze Jagdsaison hindurch jede Woche hinter den Hunden reitet, der muss von den Hunden, den Pferden und dem Jagdreiten begeistert sein.

Sonst täte er´s nicht.


Die Tradition der "Jagd in Rot" ist uralt. Der Assyrerkönig Assurbanipal ist hinter den Hunden geritten, 300 Jahre später Alexander der Große, 1000 Jahre nach ihm Karl der Große. In England wird "Hunting" seit etwa 1000 Jahren ausgeübt. In unsere Jagdkultur sind englische, französische und deutsche Traditionen eingeflossen. Die meisten unserer deutschen Meuten pflegen diese Mischung europäischer Elemente, einige fühlen sich auch nur der englischen oder nur der französischen Tradition verpflichtet. Bräuche und Sitten dokumentieren den Stil eines Vereins, der sich auch im Verhalten der Mitglieder untereinander und in der Haltung gegenüber den Tieren und der Natur äußert. In jedem Sport gibt es Regeln. Die Jagd in Rot ist mehr als ein Sport; sie ist in Jahrhunderten gewachsene Kultur. Die heutige Form der Schleppjagd wird von der Achtung vor der Kreatur und dem Bekenntnis zum Geist des Jagens hinter Hunden bestimmt, auch wenn bei der Schleppjagd kein Wild gejagt wird. Aus Fairneß gegenüber den Tieren und den anderen Reitern, aus Sicherheitsgründen und zur Pflege sinnvoller Tradition werden ehrwürdige Bräuche und ein zeitloses Ritual eingehalten. Der Master of Hounds ist für die Einhaltung der Jagdbräuche im gesamten Feld verantwortlich. Jeder, der Jagden mitreiten will, hat die Möglichkeit, sich vorher zu informieren, wie er sich richtig verhält. Empfehlenswert ist immer, sich einen erfahrenen Jagdreiter zu suchen, der sicher gern Ratschläge erteilen wird. Die Reiter Angehörige aller Berufe und jeglichen Alters finden sich unter den Jagdreitern - von Kindern auf Ponys über Jagdfreunde in den besten Jahren bis hin zu älteren Semestern. Jagdreiter sind gesellige Menschen, verbunden durch die gemeinsame Passion. Wer hinter den Hunden reitet, tut es mit ganzem Herzen. Jagdreiten fördert nicht nur die körperliche Beweglichkeit. Gerade dem Leben von Kindern und Jugendlichen gibt der Umgang mit Pferden und Hunden und die Verpflichtung, sich um die anvertrauten Tiere kümmern zu müssen, einen zusätzlichen Sinn. Beim Jagdreiten gilt es, in schnellem Tempo in schwierigen Situationen Entscheidungen zu treffen und zu handeln. Mut, Umsicht und Rücksicht sind gefordert, um Hunde und andere Pferde und Reiter nicht zu gefährden. Fairneß gegenüber den Tieren, den Mitreitern und der Natur ist oberstes Gebot. Jagdreiter bemühen sich um verantwortungsbewußtesVerhalten in der Natur und um Ausgleich mit den Interessen der Landwirte, Jäger, Spaziergänger, Radfahrer und Naturschutzbehörden.


Der Ablauf einer Schleppjagd

 

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